Der Kindergipfel 2004  Kinder reden - Erwachsene hören zu! Der Kindergipfel 2004  Kinder reden - Erwachsene hören zu! - Wir machen Politik von morgen!
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  Die Podiumsdiskussionen im Big Tipi
Aus der Sicht eines Teilnehmers...

Workshop: Frieden in der einen Welt

Forderungen:

  • Die Politik soll den Einsatz von Kindersoldaten aktiv verhindern
  • Die Politik soll internationale Friedensorganisationen stärker unterstützen
  • Wir fordern mehr Entwicklungshilfe für Länder, die von Krieg betroffen sind.

Zwei Kinder aus dem Workshop Frieden stellten auf zwölf Plakaten ihre Forderungen und Selbstverpflichtungen vor:
Katrin Göring-Eckardt antwortete gleich, dass alle Forderungen schon in Bearbeitung seien und redete die BRD gut. Natürlich verwies sie darauf, dass die BRD keinen Einfluss auf andere Länder habe. Außerdem leiste Deutschland viel Aufbauhilfe auf dem Balkan. Und auch für den Irak werde man wahrscheinlich viel Geld ausgeben müssen. Die Frage, wie viel Geld die Bundesregierung Friedensorganisationen zur Verfügung stelle, konnte sie leider nicht beantworten da „sie schon in der Schule schlecht in Mathe gewesen sei.“
„Wir fordern ein Waffenembargo für Krisengebiete in Nahost und anderswo“, forderte der Kindergipfel 2002.
Nina hakte nach, ob die Bundesregierung diese Forderung umgesetzt habe. Doch Frau Göring-Eckardt wehrte die Diskussion ab, sie würde zu lange dauern. Nina bohrte noch weiter und wollte wissen, was sie konkret für die Umsetzung dieser Forderung machen werde. Sie sagte, dass der Zukunfsvertrag dazu da sei, der Bundesregierung Anregungen zu geben und dass sie ihn wichtig finde. Ähnliche Forderung kämen nämlich auch aus den eigenen Reihen.


Workshop: Gewalt unter Jugendlichen – nein danke!

Forderungen:

  • Wir fordern, dass vor allem Medien, die für Kinder und Jugendliche bestimmt sind, stärker auf ihren Inhalt überprüft werden.
  • Damit Gewalt gar nicht erst aus Langeweile entsteht, fordern wir, dass mehr Freizeitangebote mit sozialpädagogischer Betreuung geschaffen werden.
  • Wir fordern eine Ausbildung von Lehrern, um besonders an Schulen der Entstehung von Gewalt vorzubeugen und bestehende Gewalt zu verringern.

Das Thema Gewaltfilme wurde lange und ausführlich diskutiert, da die Teilnehmer zum Teil selbst nicht einer Meinung waren.
Katrin Göring-Eckhard bestätigte die geschilderte Situation, verwies aber darauf, dass der Staat nicht in den Wohnzimmern kontrollieren könne. Mit ihren Kindern schaue sie Filme, in denen Gewalt gezeigt wird, gemeinsam an, sodass man anschließend darüber diskutieren könne.
Nachdem ihr der Zukunftsvertrag überreicht wurde, musste Frau Göring-Eckardt wegen der morgigen Bundespräsidentenwahl nach Berlin fahren.
Diese Gesprächsrunde war sehr gut, da die Diskussionen lange gingen. Die Politikerin Katrin Göring-Eckardt ging gut auf die Kinder ein. Obwohl ihr Termin sehr wichtig war, überzog sie ca. 15 Minuten.


Workshop: Schule und wie sie (anders) sein könnte

Forderungen:

  • Wir fordern, dass LehrerInnen mit SchülerInnen gemeinsame Kriterien erarbeiten, die einen guten Umgang miteinander und einen guten Unterricht sichern sollten
  • Wir fordern, dass der Lehrplan nach den Interessen der Schülerinnen und Schüler aufgelockert wird.
  • Wir fordern, dass der Unterricht durch mehr Praxisnähe besser und interessanter gestaltet werden soll.

Nach dem Vortrag der Forderungen und Selbstverpflichtungen deutete Klaus Schäfer an, dass die Forderungen in Nordrhein-Westfalen eigentlich schon umgesetzt sind. Er lobte die Bereitschaft der Teilnehmer, ihre Schule selbst zu renovieren.
Ein wichtiges Thema war die Ganztagesschule. Leider konnte Herr Schäfer nur von NRW reden, sodass es für Schwaben oder Ossies ein wenig langweilig war. Nicht überall sind Ganztagesschulen im Gespräch – zum Beispiel in CDU-regierten Ländern.
Ich glaube, dass es bei dieser Gesprächsrunde nötig gewesen wäre, einen CDU-Politiker dabeizuhaben, der auch Contra-Argumente hätte bringen können.
Dann wurde über unterschiedliche Schulsysteme in den einzelnen Bundesländern diskutiert. Klaus Schäfer sprach sich gegen einen einheitlichen Lehrplan für ganz Deutschland aus. Argumente dafür brachte er jedoch nicht. Bernhard Rapkay berichtete, dass andere europäischen Staaten oft einen zentralen Lehrplan haben und Deutschland eine Ausnahme sei. Die Kindern sprachen sich fast alle für ein bundesweites Schulsystem aus, um Umzüge zu erleichtern.


Workshop: Wer ist eigentlich behindert? Zusammenleben mit behinderten Kindern

Forderungen:

  • Wir fordern eine höhere finanzielle Unterstützung für Eltern und Angehörige, die Menschen mit Behinderung zu Hause versorgen.
  • Es soll mehr gemeinsame Freizeitangebote für Kinder mit und ohne Behinderung geben.
  • Kinder mit und ohne Behinderung sollen überall zusammen in einen Kindergarten kommen können.

Zwei Kinder trugen ihre Forderungen und Selbstverpflichtungen vor und brachten mit ihrer Frage, warum es nicht überall behindertengerechte Ampeln gibt, die Politiker kurz zum Stutzen.
Rapkay verpflichtete sich, diese Frage in seinen Wahlkreis mitzunehmen, Schäfer wollte einen Brief an Stolpe schreiben und ihn auf dieses Problem aufmerksam machen.
Dann wurde diskutiert, ob Kinder mit Behinderung zusammen mit „normalen“ Kindern in eine Schule gehen sollten. Ein Bericht einer Zuschauerin zeigte, dass das Zusammenleben von behinderten Menschen und „normalen“ Menschen sehr gut funktionieren kann. Obwohl in der Diskussion über Menschen mit Behinderung nicht viele Fakten genannt wurden und nur wenig Konkretes erreicht wurde, regte sie dennoch zum Nachdenken an und zeigte deutlich, dass dieses Thema in Deutschland ein aktuelles und großes Problem ist, dem dringend abgeholfen werden muss.
Am Ende der Diskussion wurde vorgeschlagen, dass beim nächsten Kigi auch Menschen mit Behinderung teilnehmen können.
Die Politiker zeigten sich beim Thema Schule eigentlich interessiert und diskutierten auch mit.
Beim Thema „Zusammen Leben mit behinderten Menschen“ waren sie ein wenig gelangweilt, weil sie wenig Ahnung zu haben schienen.


Workshop: Umweltschutz statt Umweltschmutz

Forderungen:

  • Wir fordern, dass weniger Bäume abgeholzt werden und für jeden abgeholzten Baum sofort ein neuer gepflanzt wird. Wir fordern, dass mehr Wälder gepflanzt werden.
  • Wir fordern, dass Wasser-, Wind- und Solarkraft viel mehr genutzt werden.
  • Es soll mehr öffentliche Verkehrsmittel und billige Fahrkarten geben.
  • Wir fordern Autos, die mit Strom, Biomasse und Wasserstoff angetrieben werden.
  • Es darf keine Tierversuche für Kosmetik und ähnliches mehr geben.

Nach der kurzen Foto- und Kaffeepause ging es gleich weiter mit einer Diskussionsrunde zu den Themen des Workshops „Umweltschutz statt Umweltschmutz“.
Die Forderung, für jeden Baum einen Neuen zu pflanzen, rief eine Diskussion unter den Kindern hervor. Die Politiker hielten sich zuerst aus der Diskussion heraus, erst als sie direkt angesprochen wurden, antwortete Ulla Burchardt, dass viele Bäume unter Denkmalschutz stehen. Die schlagenden Argumente wurden allerdings nicht von Politikern sondern von den Kindern gebracht.
Julia fragte, warum der Bund den Ausbau des Frankfurter Flughafens unterstütze. Dies wurde mit der Senkung der Lärmbelastung für die Anwohner einer Straße in Dortmund begründet.
Frau Littmann machte alle für die Abholzung der Wälder verantwortlich, da jeder eine warme Heizung brauche. So lehnte sie indirekt alle Schuld der Politik ab und lastete sie auch uns Kindern an. Allerdings hängte sie gleich hinten an, dass sie mit Holz heize und das dieses billiger als Erdöl sei. Sie verteidigte also wieder den Holzverbrauch. Ihre Position wurde nicht wirklich deutlich. Es machte den Eindruck, als wüsste sie selbst nicht, auf welche Seite sie sich stellen sollte.
Tipps gegen hohen Verbrauch von Holz gab dann Marco Bülow. Er befürwortete Recycling und die Ablehnung von Tropenholz.
Danach wurde das Thema „Öffentlicher Personennahverkehr“ angesprochen. Die Politiker wurden mit vielen Problemen konfrontiert, jedoch schwiegen alle bis auf Burchardt, die die Probleme zwar bestätigte, aber keine konkreten Lösungen auf Lager hatte.
Meine Meinung zu den Politikern:
Dass Wald und Holz nicht gerade Frau Burchardts Thema war, zeigte sich deutlich. Sie stierte auf die Zeltplane und fing hin und wieder an, zu lächeln, obwohl gar kein Grund dazu war! Bei den anderen Themen beteiligte sie sich jedoch ganz gut.
Frau Littmann verteidigte immer nur ihre Parteipolitik und stellte sich selbst in ein gutes Licht […ich wasche z.B. immer nachts…, …ich heize mit Holz…]. Sie war immer erpicht darauf, nichts Falsches zu sagen.
Marco Bülow hingegen leistete eigentlich nur gute Beiträge, die sehr konkret waren und die Diskussion voranbrachten.


Workshop: Zusammenleben mit AusländerInnen

Forderungen:

  • Wir fordern den regelmäßigen Austausch mit anderen Ländern an Schulen.
  • Wir fordern, dass kriminelle Rechtsradikale zu sozialer Arbeit mit Ausländern verpflichtet werden.
  • Wir fordern, dass alle Einwanderer das Recht und die Verpflichtung haben sollen, die deutsche Sprache gut zu lernen.

Marieluise Beck ist die Vertretung der Bundesregierung und so gesagt kommt sie von ganz oben. Sie ist Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Jugend, Senioren und Frauen. Außerdem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Intergration. Nun kommt eine kurze inhaltliche Zusammenfassung der Gesprächsrunde:

Am Anfang erklärte Marieluise Beck was Migrationsbeauftragte heißt: Früher hieß Migration Ausland, deshalb kann man sie als Stellvertreterin der Ausländer in Deutschland ansehen. Einige Fragen waren:

  • “Wie stehen Sie zu der Aussage von Herrn Stoiber, dass alle Ausländer, die eine Straftat begehen, ausgewiesen werden?“
  • “Bei uns gibt es 90% Ausländer und die sprechen alle nur Türkisch. Kann man das irgendwie beeinflussen?“

Am Anfang waren viele Fragen auf die Folgen einer Straftat von Ausländern bezogen. Dies wurden von Marieluise Beck genau und ausführlich geklärt. Manche fragten, was bisher zur Integration von Ausländern getan wurde? Woraufhin sie Kurse an Jugendhäusern, Abendschulen und themenbezogene Treffen zur Intergration nannte. Außerdem erklärte sie, weshalb es in der Bundesrepublik Deutschland keine Todesstrafe gibt: Dann würde es zu viele Tote durch Justizfehler geben. Und einen toten Menschen kann man nicht wiederbeleben.


Workshop: Kinder haben Recht(e)

Forderungen:

Jedes Kind hat ein Grundrecht auf Nahrung, Unterkunft, medizinische Versorgung und auf schulische Bildung. Daher fordern wir, dass alle Länder die Kinderrechte beachten und geltend machen.

Wir wollen nicht, dass die Städte noch kinderfeindlicher werden. Daher fordern wir, dass in jeder Stadt, in der Kinder und Jugendliche Interesse an Politik haben, ein Kinder- und Jugendparlament durch den Bürgermeister eingerichtet wird.

Von den Ausländern ging die Diskussion zum Thema Kinderrechte über. Deutschland habe ziemlich gute und umfassende Kinderrechte. Außerdem versucht die BRD zusammen mit den Vereinten Nationen Kinderarbeitsprobleme zu lösen. Von den Vereinten Nationen gibt es einen Katalog mit Kinderrechten.

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